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Ein schwarzes Schaf findet sich überall

Studie von Ancestry.de: Einmal pro Jahrhundert wird ein schwarzes Schaf in eine Familie geboren

  • In Deutschland werden knapp vier Millionen Menschen von Verwandten als „Schwarzes Schaf der Familie“ bezeichnet
  • Mehr als acht Millionen sehen sich selbst als schwarzes Schaf
  • Partnerwahl, merkwürdiger Sinn für Humor und Geldprobleme sind die Hauptgründe, sieben Prozent geben kriminelle Vergangenheit als Grund an

München – Laut Volksmund findet sich in jeder Familie ein schwarzes Schaf. Schnell denkt man dabei an Kriminelle und andere dunkle Gestalten. Doch wer sind die schwarzen Schafe einer Familie wirklich und findet man tatsächlich eines in jeder Familie? Ancestry.de, der Experte für Familiengeschichte, hat sich in einer internationalen Studie mit dem Thema befasst und herausgefunden: In Deutschland gibt es knapp vier Millionen schwarze Schafe. 13 Prozent der Deutschen sehen sich selbst als das schwarze Schaf der Familie. Kriminell sind aber bei weitem nicht alle.

Im Jahr 1412 wird im salzburgischen Mühldorf Hainrich der Wolf durch seinen Schwager Lüdlein, Sohn von Rotmanstalheim, ermordet. Ein Familiendrama und mit Sicherheit ein besonders extremes Beispiel eines schwarzen Schafes aus früheren Zeiten. Der heutigen Definition nach ist ein schwarzes Schaf jemand, der in einer Gemeinschaft unangenehm auffällt oder von ihr als Außenseiter betrachtet wird. Seinen Ursprung hat der Begriff in der Schafszucht: Die Wolle weißer Schafe lässt sich leichter einfärben als die der schwarzen Artgenossen und gilt deshalb als wertvoller. Aus diesem Grund wurden schwarze Schafe lange Zeit aus der Herde ausgesondert. Das selbe Prinzip greift auch beim schwarzen Schaf der Familie. Niemand will etwas mit ihm zu tun haben, es ist der Sonderling.

Ein schwarzes Schaf in jeder dritten Generation

In Deutschland gibt es aus Sicht der Verwandtschaft circa vier Millionen dieser Außenseiter. Die Befragten der Ancestry-Studie wurden gebeten, Verwandte zu benennen, die als schwarzes Schaf in Frage kommen. Die Ergebnisse zeigen, dass rund sechs Prozent der Erwachsenen in ihren Familien unangenehm auffallen beziehungsweise als Außenseiter

betrachtet werden. Gleichzeitig bedeutet es, dass nur alle 97 Jahre oder nur in jeder dritten Generation ein schwarzes Schaf in eine Familie geboren wird. Schwarze Schafe gibt es demnach in jeder Familie, jedoch nicht in jeder Generation.

Aus der Sicht der schwarzen Schafe

Doch was sagen die Außenseiter dazu? Dreizehn Prozent der Deutschen, also mehr als doppelt so viele, sehen sich selber als das schwarze Schaf der Familie. Die Gründe für ihre Außenseiterrolle in der Familie sind in der Realität aber eher banal. 39 Prozent geben an, dass sie schlicht und einfach nicht gut mit ihren Verwandten auskommen. Ihren etwas merkwürdigen Sinn für Humor nennen 30 Prozent der Befragten als Begründung, gefolgt von einer Enttäuschung der Familie über die Partnerwahl beziehungsweise eine Trennung (28 Prozent). Dem Klischee entsprechend geben 22 Prozent der Teilnehmer außerdem Geldprobleme als Grund für ihre Rolle als schwarzes Schaf der Familie an. Wenig zu finden sind Bankräuber, Betrüger oder ähnliche „dunkle Gestalten“ – sieben Prozent begründen ihren schlechten Ruf in der Familie mit ihrer kriminellen Vergangenheit.

Kriminelle Vorfahren als Statussymbol

Jedoch: Während die noch lebenden Verwandten mit kriminellem Hintergrund als schwarze Schafe verschrien sind, drücken die Deutschen bei straffällig gewordenen Vorfahren scheinbar ein Auge zu. 45 Prozent der Befragten erklären, dass sie für die Verbrechen ihrer Vorfahren aus heutiger Sicht Verständnis haben. 16 Prozent der Auskunftgeber sehen Kriminelle in der Familiegeschichte sogar als eine Art genealogisches Statussymbol an. Ob das auch für den Fall des Lüdlein, Sohn von Rotmanstalheim aus dem Jahr 1412 zutrifft, ist fraglich. Eher ist er eines der besonders schwarzen Schafe – damals wie heute.

„Unsere Umfrage hat gezeigt, dass die Wahrnehmung in den Familien darüber, wer ein schwarzes Schaf ist und wer nicht, weit auseinander gehen“, so Nikolai Donitzky, Managing Director Deutschland bei Ancestry. „Den Aussagen der Verwandtschaft zufolge haben wir etwa vier Millionen schwarze Schafe in Deutschland. Doppelt so viele Menschen sehen sich jedoch selber in der Rolle des familiären Außenseiters. In der einen oder anderen deutschen Familie besteht also scheinbar der Bedarf für ein klärendes Gespräch.“

Quellen: Alle Angaben und Zahlen basieren auf internationalen Studien, durchgeführt von Ancestry (in Zusammenarbeit mit dem Future Foundation Report) in Großbritannien, USA, Kanada, Schweden, Australien und Deutschland (Stichprobengröße: 6.000 Teilnehmer).

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